Vikar Turunen zum Amt der Kirche ordiniert2018 11 30 Turunen d Buettner

„So weihe ich dich zum Diener der Einen heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche, im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ So hieß es am gestrigen Gedenktag des Apostels St. Andreas, an dem Vikar Marco Turunen, Berlin-Steglitz, durch Bischof Hans-Jörg Voigt D.D., Hannover, von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zum heiligen Amt der Kirche ordiniert wurde.

In der überfüllten Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche (SELK) in Berlin-Steglitz mit über 350 Gottesdienstbesuchern, wurde der Gottesdienst multilingual gefeiert. Neben Deutsch war vor allem Farsi, die Sprache der Iraner, zu hören. Aber auch lateinisch, englisch und finnisch konnte man vernehmen. Turunen ist Finne, Kirchglied der SELK, und wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau Siiri Turunen von der Missionsgesellschaft Lutheran Evangelical Assoziation of Finland zur Missionsarbeit in die Dreieinigkeits-Gemeinde Steglitz entsandt.
So wurden im Rahmen der Ordinationshandlung biblische Voten in Turunens Heimatsprache Finnisch durch Missionsdirektor Pfarrer Ville Auvinen, Helsinki, und von Turunens Vater, selbst auch Pfarrer, gesprochen. Neben diesen und weiteren Pfarrern sprach auch Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D., Berlin-Zehlendorf, der an diesem Tage seinen 59. Ordinationstag begehen konnte, ein Votum. Bei der Ordination assistierten neben Pfarrer Auvinen, Pfarrer Dr. Gottfried Martens D.D., Berlin-Steglitz, und Missionar Hugo Gevers, Leipzig. Vor der Ordination betete die Gemeinde die Litanei an den Heiligen Geist, wie es im Entwurf Amt, Ämter, Dienste, als eine Möglichkeit vorgesehen ist.

In seiner Ordinationsansprache über Johannes 1,35-42 ging Bischof Voigt zunächst darauf ein, dass Gott in den Dienst der Kirche ruft. So wie er Turunen in seinen Dienst heute gerufen habe, so hat er den Apostel St. Andreas in seine Nachfolge gerufen. Begabt von Gott führt der Apostel St. Andreas Menschen zu Jesus. Zu Turunen gewandt, meint der Bischof: „Gott hat Sie schon begabt und begabt Sie heute ganz besonders. Heute aber werden Ihnen die besonderen Gaben des Heiligen Geistes anvertraut, die es notwendig braucht, um im Auftrag Jesu predigen zu können, Sünden vergeben zu können, die Sakramente austeilen zu können.“ Von Gott gesandt habe er den Apostel Andreas nach altkirchlicher Überlieferung nach Kleinasien gesandt, ins Gebiet des heutigen Rumäniens und Russlands, um dort den christlichen Glauben zu verkündigen. „Gott hat sie hierher nach Berlin gesandt. Das waren ganz menschliche Wege. Deshalb sind wir der Missionsgesellschaft Lutheran Evangelical Assoziation of Finland (LEAF) sehr dankbar, dass Sie und ihre liebe Frau nach Berlin gesandt worden sind. Vor allem sind wir Gott dankbar, dass er Sie sendet.“ So sei es Gott allein, der ruft, begabt und sendet.

Nach der Ordination setzte der neu ordinierte Geistliche zum ersten Mal das Heilige Abendmahl ein. Präfationsgebet und Konsekration sprach er in Farsi. Während der kaum enden wollenden Sakramentsausteilung mit über 300 Kommunikanten erklangen persische Lieder durch den gemeindeeigenen Chor. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Gemeindesaal Büfett mit „Essen aus Luthers Zeiten".
Die Dreieinigkeits-Gemeinde ist mit ca. 1800 Gemeindeglieder eine der größten in der SELK und Anlaufstelle für Geflüchtete vornehmlich aus dem Iran und Afghanistan. Als Berliner Flüchtlingskirche besteht diese Kirchengemeinde mehrheitlich aus Geflüchteten. Ehepaar Turunen wird die Arbeit unter ihnen künftig auf vielfältige Weise unterstützen und fördern. (MB)

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